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Erstellt am 8. Dezember 2016

Kanada wird 150 Jahre alt und spendiert freien Eintritt in seine Nationalparks

Ab nach Kanada

Smaragdgrüne Seen, endlose Wälder, schneebedeckte Berge: Kanada ist ein Sehnsuchtsziel für Outdoorfans. Sollten Wildnis, Weite und wilde Tiere im kommenden Jahr auf Ihrer Reisewunschliste stehen, dann ist Kanada eine gute Wahl. Denn in den Nationalparks des nordamerikanischen Landes wird der Eintritt das ganze Jahr über kostenlos sein. Anlass ist der 150. Geburtstag Kanadas, der im Sommer mit zahlreichen Festivitäten zelebriert werden soll.

Bei der Gratisaktion machen alle 47 Nationalparks und 168 historischen Ausflugsziele von Parks Canada mit. Zusätzlich bekommt jeder Gast auf Wunsch noch ein Urlaubserlebnis geschenkt, für das er normalerweise zahlen muss. Darunter sind zum Beispiel ein Bad in den Hot Springs der kanadischen Rockies oder eine Schokoladenverkostung in der Festung von Louisbourg.

Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Hier stellten wir acht Nationalparks vor, die unbedingt auf Ihrer Route liegen sollten. Finden übrigens auch die Spezialisten von „Lonely Planet“: Die haben Kanada zum Trendziel 2017 gekürt.

Zwischen Bergen und Meer: Cape-Breton-Highlands-Nationalpark

Die Panoramastraße Cabot Trail führt durch das Hochland der Insel Cape Breton im Norden Nova Scotias – und nach jeder Kurve will man anhalten, weil diese Welt hier einfach zu schön ist: die grünen Wälder bis hinunter zum Atlantik, die menschenleeren Buchten und die Brandung an den Felsklippen. Adler kreisen über den Wellen, ganze Rudel von Walen schießen ihre Fontänen in die Luft.

Der Cabot Trail ist als Rundkurs angelegt und verläuft auf 300 Kilometern zwischen Ingonish und Cheticamp. Der Star unter den 26 Wanderwegen des Cape-Breton-Highlands-Nationalparks ist der Skyline Trail. Diese leichte Route führt etwa zwei Stunden über Bergwiesen hinauf auf ein Kliff mit Blick auf den Sankt-Lorenz-Strom.

Blick in die Erdgeschichte: Gros-Morne-Nationalpark

Mysterium der Geologie: Im Gros-Morne-Nationalpark im Westen von Neufundland wurde Erdgeschichte geschrieben. Dort stießen vor Millionen von Jahren zwei Kontinente aufeinander, und es entstand eine einzigartige Landschaft: die kargen Tablelands – Teile des Erdmantels, die bei dem gigantischen Zusammenstoß nach oben verschoben wurden. Im Discovery Centre von Gros Morne wird das Phänomen interaktiv verständlich gemacht. Der Park beheimatet dramatische Bergformationen und von Gletschern geformte Fjorde.

Das Vogelwunder: Forillon-Nationalpark

Fast senkrecht ragen die Klippen über dem Sankt-Lorenz-Golf bis in 200 Meter Höhe. Mit dem Forillon-Nationalpark an ihrer östlichen Spitze endet die Gaspé-Halbinsel in Quebec, der französischsprachigen Provinz in Kanadas Osten. Wild, majestätisch, rau ist die Landschaft aus Meer, Steilküste, schnell fließenden Flüssen und Wasserfällen. Besucher werden immer wieder von atemberaubenden Aussichtspunkten überrascht.

Vogelliebhaber kommen besonders auf ihre Kosten: 225 Landvogelarten und jede Menge Seevögel – Kormorane, Seeschwalben und Papageientaucher zum Beispiel – leben und nisten hier. Von Juli bis September sind durchreisende Wale die große Attraktion, allen voran der mächtige Blauwal.

Zwischen wilden Büffeln: Prinz-Albert-Nationalpark

Stiller geht es im Prinz-Albert-Nationalpark in Saskatchewan zu. 200 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Saskatoon sagen sich Kojote, Otter, Dachs, Luchs und Fuchs gute Nacht. Besonderheit in der Prärielandschaft des Parks sind allerdings die Büffel. Prinz Albert schützt als einziges kanadisches Schutzgebiet eine wildlebende Bisonherde.

Hunderte von Teichen, Seen und Wasserläufen laden zu gemächlichen Tages- oder Mehrtagestouren per Kanu ein. Elche, Weißkopfadler, Fischadler und der hier nistende, seltene weiße Pelikan begegnen Paddlern unterwegs. Einzige Verkehrsregel: Biberdämme vorsichtig umschiffen oder das Kanu tragen.

Bären und kalbende Gletscher: Banff-Nationalpark

Bären! Die beiden schwarzen Flecke im Grün bewegen sich kaum. Gelassen sitzen sie am Straßenrand, pflücken Beeren und würdigen die aufgeregten Autoinsassen keines Blickes. In Albertas bekanntestem Schutzgebiet, dem Banff-Nationalpark, sind Begegnungen dieser Art an der Tagesordnung.

Ungezähmte Flüsse, kalbende Gletscher, schroffe Bergriesen und türkisfarbene Seejuwelen sind das Markenzeichen dieses Parks in den Rocky Mountains. Banff, quirliger Hauptort im Park, und der smaragdfarbene Lake Louise sind im Sommer Besuchermagnete.

Hirsche und heiße Quellen: Jasper-Nationalpark

Schon die Anreise ist spektakulär: Der Icefield Parkway gilt zu Recht als Amerikas schönste Panoramastraße. Über 230 Kilometer führt die Fahrt von Lake Louise nach Jasper durch eine majestätische Bergwelt, deren blau schimmernde Gletscher zum Teil bis an den Straßenrand reichen.

Im Park selbst gibt es Großhornschafe und Hirsche vom Auto aus zu bewundern, mit etwas Glück auch Bergziegen und Schwarzbären. Top-Attraktion des Parks sind geführte Touren in die bizarre Eiswelt des Columbia Icefields. Danach lohnt sich eine Bootsfahrt auf dem Maligne Lake zur postkartenschönen Insel Spirit Island und am Abend natürlich ein Bad in den heißen Quellen von Miette.

Sandstrand und Urwald: Pacific-Rim-Nationalpark

600 Jahre alte Baumriesen recken sich in die Luft, hüfthohe Farnbüsche und mit Moos bewachsene Wurzelgiganten wuchern zu ihren Füßen. Bis direkt an den langen, hellen Sandstrand streckt der Urwald seine grünen Finger im Pacific-Rim-Nationalpark an der Westküste von Vancouver Island in Britisch-Kolumbien. Ausgebleichtes Treibholz übersät den Strand, bei Ebbe zeigen sich Muscheln, Seesterne und Seeanemonen in den Prielen.

Eiskalte Magie: Kluane-Nationalpark

Gletscher, Gipfel und Grizzlys: Der Kluane-Nationalpark an der Grenze zu Alaska ist halb so groß wie die Schweiz und dabei völlig unbewohnt. Gemächlich fließt einer der größten nicht arktischen Gletscher der Welt, das bis zu tausend Meter mächtige Kluane Icefield, langsam auf den Pazifik zu. Aus dem zu 80 Prozent von Eis bedeckten Nationalpark ragt fast 6000 Meter hoch Kanadas höchster Berg, der Mount Logan.

Im Sommer schwanken die Temperaturen in der Region innerhalb eines Tages um 30 Grad. 30 Zentimeter Neuschnee sind auch im Juli keine Seltenheit. Im Winter kommen dann ohnehin Jahr für Jahr um 15 Meter Neuschnee dazu. Die kalte Magie der bis ins Unendliche reichenden Eisfelder samt Amerikas vielfältigster Braunbärenpopulation lässt sich am besten auf einem der zahlreichen Wanderwege bewundern – oder mit einem Buschflugzeug über die beeindruckende Gletscherwelt.

Quelle: Spiegel Online;
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/kanada-das-sind-die-schoensten-nationalparks-a-1118389.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=